Ausstellung. Folon. Seine Skulpturen in der Abtei

Im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums der Stiftung Folon hat die Abtei von Villers die Ehre, eine Ausstellung von etwa zwanzig monumentalen Skulpturen und Originalen von Jean-Michel Folon, dem belgischen und international bekannten Künstler, in ihren historischen Gemäuern zu zeigen ; selbstverständlich in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung Folon, dem zweiten kulturellen Zentrum von Wallonisch-Brabant.

Zeitgleich zu dieser Ausstellung ist auch ein herrlicher Kunstband über die Skulpturen des Künstlers erschienen (Fonds Mercator).

Ein bedeutendes Baudenkmal

Die Abtei hat mit ihrem Vorschlag, an die zwanzig der wichtigsten Skulpturen des Künstlers auszustellen, eine alte Tradition Folon’s wieder aufgegriffen, da dieser gerne seine Werke in historisch und architektonisch bedeutungsvollen Orten zeigte, um so eine feine Resonanz mit der Schönheit der Architektur, mit dem ständig wechselnden Licht und mit den verschiedenen Jahreszeiten entstehen zu lassen. Die Skulpturen werden hier in dem ehemaligen Zisterzienserkloster mit der, den Steinen inwohnenden Spiritualität, sowie den Herbst- und Winterfarben konfrontiert.

Monumentale Skulpturen in einzigartigen Ausstellungsorten

Ursprünglich ist Jean-Michel Folon (1934-2005) Graphiker und Maler gewesen. Er begann seine Arbeit als Bildhauer erst in den späten 80-ziger Jahren, ein neuer Aufschwung gewissermassen für seine künstlerische Laufbahn. 1995 fand in Brüssel im Parc du Petit Sablon die erste Ausstellung seiner monumentalen Skulpturen statt. Weitere Ausstellungen folgten, immer in einem grossartigen Rahmen: 1996 im Château de Seneffe, 1999 in der kleinen toskanischen Stadt Pietrasanta, 2001 im Château Saint-Georges in Lissabon und 2005 im Forte di Belvedere in Florenz. Denkwürdige Ausstellungen haben auch nach dem Tode des Künstlers stattgefunden, wie z.B. 2008 im Domaine régional Solvay in La Hulpe oder zuletzt 2019 in Saint-Tropez.

Der Künstler Jean-Michel Folon

Jean-Michel Folon (1934-2005) hat weltweit mit seinen Plakaten, seinen Graphiken, seinen Animationen für’s Fernsehen und seinen zahlreichen Ausstellungen die kollektive Vorstellungswelt der Menschen im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts geprägt. Der Humanist hinterlässt ein figuratives und poetisches Werk, das mit traditionellen Techniken geschaffen jedoch ganz untypisch ist für eine Kunstszene, die sich mehrheitlich der konzeptuellen Kunst verschrieben hat. Anfangs ist seine künstlerische Welt sehr dunkel, doch entwickelt sie sich ab den 80-Jahren zu einer helleren und beruhigteren Farbenpalette hin, Ausdruck des grossen Engagements des Künstlers für die Menschenrechte oder für ein verstärktes Umweltbewusstsein. Im Jahre 2000 gründet er die Stiftung Folon in dem Park Solvay in La Hulpe; in diesem Museum wurden seine Werke zusammengetragen. Die Stiftung Folon feiert 2020 ihr 20-jähriges Jubiläum.

Die Skulpturen von Folon, Höhepunkt seiner künstlerischen Entwicklung

Die Skulptur nimmt im Schaffenswerk von Folon eine Sonderstellung ein. Sie ist für ihn eine neue Herausforderung und kennzeichnet den zweiten Teil seiner künstlerischen Laufbahn. Folon hat schon immer aussortierte Gegenstände als Inspirationsquelle gesammelt; aber auch mit dem Ziel, diesen ein neues Leben zu offenbaren, gewissermassen als ready-made.

Während der 90-ziger Jahre, ermutigt durch seinen Freund César, konzentriert sich der Künstler ganz auf Statuen, mitunter sogar von monumentaler Grösse, gestaltet durch direkte Bearbeitung der Materie (Holz und Gips) oder durch Modellieren. Frontalität und Körperhaftigkeit sind die herausragenden Merkmale seiner Skulpturen, häufig unterstrichen durch eine vielschichtige Patina. Die Kunst der Naturvölker ist die wichtigste Inspirationsquelle seiner Arbeiten, von den Zykladen bis zu den Etruskern, aber auch afrikanische Masken und indianische Totems. Der Mensch steht immer im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens ; wurden anfangs die Themen graphisch gestaltet, so haben sie später anhand von Skulpturen Form angenommen, wodurch die Werke des Künstlers auch in einer mitunter ungewöhnlichen und häufig natürlichen Umgebung zu sehen sind: Landschaften, Gärten, Parkanlagen und Galerien.

Am Strand von Knokke kommt sein künstlerisches Konzept am besten zum Ausdruck: 1997 stellte Folon hier eine Statue aus Bronze auf, die immer und ewig von den Gezeiten patiniert wird
(La mer, ce grand sculpteur).

Die Sonderausstellung Skulpturen von Folon in der Abtei ist vom Samstag, den 24. Oktober 2020 bis zum Sonntag, den 21. Februar 2021 geöffnet.

PRAKTISCHE INFORMATIONEN

Sonderausstellung Folon. Seine Skulpturen in der Abtei

Daten der Ausstellung:
Geöffnet vom Samstag, den 24. Oktober 2020 bis zum Sonntag, den 21. Februar 2021.
Geschlossen am 24., 25. und 31. Dezember 2020, sowie am 1. Januar 2021

Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Abtei geöffnet,
täglich bis zum 31. Oktober von 10 bis 18 Uhr und ab dem 1. November von 10 bis 17 Uhr.

Eintrittspreis: Die Ausstellung ist im Eintrittspreis der Abtei enthalten (kein Aufpreis).

Erwachsene 9 € - Senioren 7 € - Studenten 6 € - Kinder (6-12 Jahre) 4 € - Kinder (<6 Jahre) kostenlos.

Kombiticket: Abtei von Villers/Stiftung Folon

Die Reservierung und der Onlinekauf werden dringend empfohlen.

Am Eingang können Sie ein Besucherheft.